Der SJC Hövelriege beim Gegenbesuch in Patras

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Im Jahr 2018 bekam der SJC Hövelriege Besuch aus Griechenland, 2019 durfte der Verein wieder einmal in Griechenland sein. Beide Projekte wurden durch eine Zuwendung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ermöglicht und finanziert. Das Gästehaus in Griechenland entwickelte sich einmal mehr zu einem Ort der Begegnung von griechischen und deutschen Jugendlichen.

Seit 2016 stehen im Haushalt des BMFSFJ Mittel zur Förderung von deutsch-griechischen Jugendbegegnungen bereit. Der SJC Hövelriege nahm in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal erfolgreich an dem Sonderprogramm teil. Im letzten Jahr besuchten Jugendliche des Partnervereins Thyella Patras Deutschland, in diesem Jahr fuhren die Hövelrieger mit 26 jugendlichen Teilnehmern nach Roitika bei Patras. Dank des erfolgreichen Antrages wurde das diesjährige Projekt mit 12.756 Euro gefördert. Voraussetzung für die Förderung ist beispielsweise, dass sich Jugendliche aus beiden Ländern im Alter von 8 bis 26 Jahren über einen Zeitraum von mindestens 5 Tagen mit einem gemeinsamen Thema beschäftigen.

„Ohne diese Zuwendung wäre die Fahrt für viele unserer Jugendlichen nicht möglich gewesen“, berichtet Mitorganisator Felix Linnemann. „Außerdem konnten wir dank des Projektes das Leben der Menschen in Griechenland besser verstehen und erleben.“ Durch den intensiven Kontakt zu den Griechen seien echte Freundschaften entstanden. Damit erhielten die deutschen Teilnehmer Informationen über den Alltag der Menschen in Griechenland aus erster Hand. Die Nachwirkungen der Finanzkrise in Griechenland sind immer noch spürbar, wie die griechischen Jugendlichen aus ihrem Umfeld berichteten. Der Schulalltag unterscheidet sich doch deutlich von dem der deutschen, wie Arthur Bretschneider berichtet: „Vier Stunden Hausaufgaben an jedem Tag muss ich in Deutschland zum Glück nicht leisten!“

Thema des Projektes war die Hafenstadt Patras, die von den Teilnehmern in Form von einer Stadtrallye und mehreren Besichtigungstouren erkundet wurde.  Wichtig war den Jugendlichen dabei, nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern den Alltag der Menschen kennenzulernen. Ihre Erfahrungen und Eindrücke wurden anschließend auf verschiedene Art und Weise dokumentiert: Eine Gruppe beschäftigte sich mit der Fotographie, eine mit der Textgestaltung und eine dritte mit der Textilgestaltung.

Die Ergebnisse dieser Gruppenarbeiten präsentierten die jugendlichen Teilnehmer auf einem Abschlussabend ca. 100 geladenen Gästen, bestehend aus den Eltern, Freunden und Bekannten der Jugendlichen. Das Dach des Gästehauses wurde zur Fotoausstellung umfunktioniert, der anliegende Sportplatz zum Ausstellungsgelände von Interviews und Texten zum Alltag der Menschen in hörbarer und lesbarer Form und die Plateia (die Terrasse des Hauses)als Plattform für die erstellten T-Shirts, die mit Linoldruck für jeden Teilnehmer erstellt wurden.  Dazu gab es ein wunderbares Essen und natürlich Tanz und Musik am Abend.

Einen Höhepunkt stellte die zweitägige Bootstour über den Golf von Korinth dar. Dabei konnten die Jugendlichen Patras vom Meer aus erleben und durften unter dem Jahrhundertwerk Griechenlands, der gewaltigen Brücke von Rio-Antiro, hindurch fahren. „Diese Bootstour war einmalig“, gibt Mirko seine Eindrücke wieder. „Ich spare jetzt schon für nächstes Jahr, damit wir die Tour wieder mieten können.“ Kein Wunder, denn wer darf schon mal vor der malerischen Hafenstadt Nafpaktpos – gegenüber von Patras – mitten auf dem Meer übernachten?

Für die Organisatoren um Felix Linnemann und Christoph Bretschneider war jedoch etwas anderes das wichtigste an der diesjährigen Begegnung: „Es ist schön, wenn man sieht, dass frühere Teilnehmer inzwischen wichtige Aufgaben der Organisation übernehmen! Von mangelndem Engagement der Jugendlichen können wir auf jeden Fall nicht berichten.“ Im Gegenteil: Ehemalige Teilnehmer früherer Begegnungen zeigten hohe Verantwortungsbereitschaft und beteiligten sich aktiv an den Aufgaben des Projektes – wie zum Beispiel Lucy Bolte mit der gesamten Finanzierung des Projektes  oder Christine Linnemann, die sich mit führender Hand um die Verpflegung der Gruppe kümmerte. Das macht Hoffnung für die Zukunft, denn auch in den kommenden Jahren soll das Gästehaus des SJC zur Begegnungsstätte von Deutschen und Griechen werden!